Original Dresdner Christstollen – Weihnachtsland Sachsen

Wenn alle Jahre wieder über Herkunft und Nationalität des Weihnachtsmannes gerätselt wird, ist das Ergebnis meist nur ein ungefähres: Irgendwo im Norden muss er wohnen. Über das deutsche Weihnachtsland schlechthin dürften kaum Zweifel bestehen: Das ist Sachsen.

Denn gleich drei ultimative Artikel bzw. Artikelgruppen, die die deutsche Weihnacht unverwechselbar machen – und mittlerweile weltweit erfolgreich sind – kommen aus Sachsen. Dabei stammen sie nicht etwa aus einem seit Jahrhunderten weihnachtswütigen Hinterwald, sondern aus drei ganz unterschiedlichen Gegenden.

Dresdner Christstollen - Nur echt, wenn aus Dresden

Zwar wurde der Stollen in Naumburg an der Saale erfunden, aber erst die Dresdner machten ihn zu dem, was er heute ist: zum beliebtesten Weihnachtsgebäck überhaupt. Zu verdanken hatten sie das nicht zuletzt Papst Innozenz VIII., der im „Butterbrief“ von 1491 den Stollenbäckern erstmals die Verwendung von Butter erlaubte – die war bis dahin während des Adventsfastens nämlich verboten.

Jeder Stollenlaib wird in der sächsischen Landeshauptsstadt und ihrer Umgebung von 150 zugelassenen Stollenbäckern bis heute sorgfältig in Handarbeit geformt und enthält neben viel Butter nur auserlesene Zutaten. Beliebt ist er mittlerweile weltweit und so wird echter Dresdner Christstollen auch in alle Welt verschickt. Bestellen lässt er sich natürlich auch, z.B. bei stollen-versand.net Der Onlineshop bezieht seinen Weihnachtsstollen natürlich von einem der 150 oben erwähnten Bäcker und bürgt damit für Echtheit. Garantiert wird das mittels des Dresdner Stollensiegels, das nur solcher Stollen bekommt, der eine öffentliche Stollenprüfung bestanden hat.

Erzgebirgische Volkskunst mit Herkunftssiegel

Traditionelle Weihnachtsdeko jeglicher Couleur – auch sie stammt aus Sachsen. Allerdings nicht aus der Hauptstadt, sondern aus dem Erzgebirge, wo sich mit knapper werdendem Erz arbeitslose Berg- und andere Männer mit dem Verkauf selbstgeschnitzten Spielzeugs über Wasser hielten. So kommt auch das Gros der Räuchermänner, Nussknacker und Pyramiden traditionell aus dem „Spielzeugwinkel“ um den kleinen Ort Seiffen. Das deutsche Weihnachtssymbol schlechthin, der Schwibbogen, wurde unweit von hier im 18. Jahrhundert in Johanngeorgenstadt erfunden.

Noch heute wird der Großteil der erzgebirgischen Weihnachtswaren in kleinen Betrieben von Hand gefertigt. Um sich gegen billige fernöstliche Weihnachtsmassenwahre zu schützen, haben sich diese in der Genossenschaft der Drechsler, Bildhauer, Holz- und Spielwarenhersteller organisiert und werden vom Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V. vertreten. Zwei Gütesiegel verbriefen, dass nur weihnachtsecht ist, was aus dem Erzgebirge kommt.

Der Stern von Herrnhut

Eine ganz andere Weihnachtsdeko stammt aus der sächsischen Lausitz. Es ist vielleicht die schönste, weil schlichteste: der Herrnhuter Weihnachtsstern. Er ist in der Brüder-Unität entstanden, einer pietistischen Freikirche. Als man 1821 in der Unitäts-Knabenanstalt ein Fest zum fünfzigsten Jahrestag der Anstalt feierte, schwebte im Hof ein beleuchteter Stern mit 110 Zacken. Während andere Kirchen Weihnachtskrippen zeigten, passte der einfache Stern von Bethlehem viel besser in die schlichten weißen Säle der „Brüdergemeinde“. Heutige Sterne kommen mit 25 Zacken aus und bestehen entweder aus Papier oder – in der Outdoor-Variante – aus Kunststoff. Die Sterne wurden so beliebt, dass man sie 1925 patentieren ließ. Heute liefert die Herrnhuter Sterne GmbH, die den Herrnhuter Brüdern gehört, jährlich 300.000 Sterne in alle Welt.