Go Global: wie Ihr Hotel vom Boom internationaler Gäste profitiert

13. März 2018

Der Deutschland-Tourismus boomt – zum achten Mal in Folge konnten die Übernachtungszahlen gesteigert werden und stiegen 2017 auf einen neuen Bestwert von 459,6 Millionen. Dabei schätzen nicht nur die Deutschen selbst die Vielfalt ihres Landes und tauschen gerne mal das Glas Sangria auf Mallorca gegen ein kühles Bier im Bayerischen Wald aus. Auch immer mehr internationale Gäste entdecken die Feriendestinationen zwischen Sylt und den Alpen für den perfekten Ausgleich zum Alltag. Doch wer sind diese Gäste? Woher kommen sie? Und welche Chancen und Risiken ergeben sich daraus für den Tourismussektor?

 

Deutschlandweit konnten 2017 83,9 Millionen Übernachtungen internationaler Gäste verzeichnet werden. Der Fokus lag dabei bei den europäischen Quellmärkten, welche einen Marktanteil von 73,7% erreichten.

Metropolregionen

Der Trend zur Internationalisierung zeigt sich vor allem in den Städten. Spitzenreiter unter den deutschen Touristenzielen ist nach wie vor Berlin – mit einem Anteil von 45,6% sind Gäste aus dem Ausland auf der Überholspur, Tendenz steigend. Dabei zieht es vor allem Briten, Amerikaner und Spanier in die Metropolstadt. Man trifft sie im Selfie-Modus vor weltweit bekannten Sehenswürdigkeiten wie dem Brandenburger Tor, schließt mit ihnen Geschäfte auf Tagungen und Messen ab, oder unterhält sich an der Bar der angesagtesten Szeneclubs. Erstmals schafft es auch Israel in die Top 10 der Länder, aus denen die meisten Übernachtungen gezählt wurden. Kaum ein Reiseziel ist in Israel so beliebt wie die deutsche Hauptstadt. Berlin gilt als lebensfroh, kostengünstig und tolerant.

Geht man weiter in den Süden, sieht die Sache schon wieder anders aus. München verzeichnete die meisten Übernachtungen ausländischer Gäste aus den USA, gefolgt von den arabischen Golfstaaten und Großbritannien. Mit einem Anteil von 49,6% an ausländischen Gästen liegt München deutschlandweit an der Spitze und lässt sogar Berlin hinter sich.

Vor allem die Beherbergungsbetriebe können sich über die Zunahme internationalen Gäste freuen, denn sie bleiben länger als die Deutschen und geben mehr Geld aus. Bei der ständigen Hektik und dem Streben nach Selbstverwirklichung bleibt vielen einheimischen Reisenden kaum noch Zeit eine Woche oder länger im Inland in den Urlaub zu fahren. Bei einer stetig rückläufigen Aufenthaltsdauer ist die Erhöhung der Gästeanzahl aus dem Ausland ein probates Mittel, um die allgemeine Verweildauer zu erhöhen, denn etwa ein Brasilianer fliegt nicht nur für einen Tag nach Deutschland. Eine lange Aufenthaltsdauer ist deshalb erstrebenswert, da nicht nur Auslastungslücken minimiert, sondern auch Fixkosten eingespart werden können und somit durch eine geringere Anzahl an Ankünften, die Ausgaben für etwa die Endzimmerreinigung oder die aufgewendete Zeit für den Buchungsablauf reduziert werden.

Bleibt der Gast länger, gibt er auch mehr Geld vor Ort aus, und der ökonomische Mehrwert für die Destination steigt. Aus eigener Erfahrung, in Zusammenarbeit mit Hotels im gesamten deutschsprachigen Raum, stellten wir fest, dass bei Online-Buchungen von ausländischen Touristen – im Vergleich zu inländischen Gästen – doppelt so hohe durchschnittliche Bestellwerte erreicht werden konnten. Dabei gelten vor allem Amerikaner und Schweizer als sehr ausgabefreudig.

Ländlicher Raum

Jedoch nicht nur Metropolregionen erfreuen sich steigender Beliebtheit aus dem Ausland, auch der Tourismus im ländlichen Raum verzeichnete im vergangenen Jahr Zuwächse. Dabei wird der Tourismus vor allem in peripheren Gebieten als Motor für Wachstum und Beschäftigung gesehen. Die ländlichen Gebiete haben es allerdings wesentlich schwerer im Kampf um Gäste als bereits etablierten Städte.

Wie Sie internationale Gäste für Ihr Hotel erreichen

Hürden, wie den internationalen Bekanntheitsgrad zu steigern, mit geringem Budget Auslandsmarketing zu betreiben oder Internetseiten in Fremdsprachen zu übersetzen, müssen gemeistert werden. Mit zielgruppenangepassten Google-AdWords Kampagnen, Social-Media-Strategien, welche auch weit über die Grenzen Deutschlands eine große Reichweite erreichen, und konsequenter Suchmaschinenoptimierung, um in den Suchmaschinenrankings die vorderen Plätze zu belegen, beschäftigen wir uns täglich. Bereits mit begrenztem Budget kann so die Markenbekanntheit gesteigert werden.

Um gezielt und sinnvoll in Marketingaktivitäten zu investieren und herauszufinden, welche Nationen für Ihren Betrieb am gewinnbringendsten sind, ist es unumgänglich, die eigene Gästeschicht zu kennen und die aktuelle Tourismuslage der Destination zu verfolgen. Dabei spielt nicht nur der Standort innerhalb Deutschlands, sondern auch die internationale Erreichbarkeit einer Destination eine wesentliche Rolle. Ein starker Webauftritt, ein einzigartiges Corporate Design und ein individueller Markenauftritt helfen Ihnen, international für Aufsehen zu sorgen, eine breite Reichweite zu generieren und Gäste auch auf periphere Gebiete aufmerksam zu machen.

Mit einer darauf aufsetzenden internationalen SEM-Strategie, die auf die für Ihr Hotel wichtigsten ausländischen Märkte abzielt, erreichen Sie mit überschaubarem Budget eine Vielzahl potenzieller Gäste im Ausland. Wichtig hierbei: beschäftigen Sie sich mit zeitlichen und thematischen Besonderheiten Ihres Ziellandes. Wann bucht man in New York seinen Sommerurlaub? Welche Keywords nutzt man bei der Hotelsuche in der Schweiz?

Ebenso erfolgversprechend und vergleichsweise einfach zu realisieren ist die internationale Präsenz auf Meta-Buchungsportalen wie Trivago, Tripadvisor, Kayak oder mit Google Hotel Ads.

Voraussetzung in beiden Fällen: Zumindest eine Landingpage und Ihre Buchungsmaschine sollte die Sprache Ihres ausländischen Gastes sprechen. Diese Anstrengung wird belohnt: durch den überdurchschnittlich hohen Buchungsumsatz ist ein guter ROI so gut wie sicher.

Wo geht die Reise hin?

Der deutsche Reisemarkt hat seine Kapazität weitgehend ausschöpft, und sehr viel mehr Potential steckt in anderen Ländern, die ihre Reisefreude erst neu entdecken. Vor allem die bevölkerungsreichen Länder Asiens und Südamerikas wie China, Indien oder Brasilien haben das Potenzial, die Deutschen, die mittlerweile den 1. Platz als Reiseweltmeister an China abgeben mussten, weiter zu überholen. Die Grundlage für einen erfolgreichen Tourismus wurde bereits geschaffen. Um jedoch auch in Zukunft erfolgreich zu sein, müssen ständige Veränderungen und Weiterentwicklungen beachtet werden, um neue Gästeschichten für sich zu gewinnen, sie zu halten und nicht an die Konkurrenz zu verlieren.

Somit seid alle willkommen im Reiseland Deutschland!

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